19.12.05

Argentinien gegen Mexiko in Patagonien

Janinas Studienfreundin Mariella hat - irgendwie schon auch zum Leidwesen der Familie - einen Mexikaner geheiratet - deshalb waren wir am Wochenende in Trelew in Nordpatagonien. Die Hochzeit begann um neun Uhr abends, als wir um sechs Uhr früh gingen, tobten Braut, Bräutigam und Bräutigamsvater noch mit Schaumgummi-Sombreros über die Tanzfläche. Das Feiern müssen wir den Latinos also nicht beibringen. Die angereisten Mexikaner klagten über die hochmütigen Menschen, das fade Essen und die schlechte Schulausbildung in Argentinien. "Und Ihr, in Deutschland, sprecht doch auch französisch, oder?", fragte uns eine Ärztin aus Mexiko-City.

See-Elefanten, Halbinsel Valdez

Vorher waren wir noch ein paar Tage auf der Halbinsel Valdez. Haben auf einer Estancia gewohnt und sind mit dem Mietwagen über die Schotterpisten gebrettert, um uns umzusehen. Ein Tierparadies, "als hätte man die halbe Arche Noah auf diese Halbinsel gepfercht", hat irgendwer irgendwo mal geschrieben. Die Wale, die es hier sonst bis Mitte Dezember zu sehen gibt, haben wir um ein paar Tage verpasst. Auch um zu sehen, wie Orkas kleine See-Elefantenbabys vom Strand rauben, müssen wir nochmal kommen. Immerhin haben wir Pinguine gesehen und See-Elefanten und See-Löwen und Maras und Guanacos und und und. Man muss kein großer Tierfan sein, um das beieindruckend zu finden.
Außerdem haben wir in Gaiman, einem walisischen Dorf, Tee aus Kännchen mit Häkelwärmer getrunken und uns Harfenmusik angehört. Walisische Kohlekumpels sind nämlich Mitte des 19. Jahrhunderts hier gelandet - nach der Suche nach einem Ort, der so ähnlich ist wie England, nur ohne Engländer. Man hat sich von den Indianern ein paar Anbautricks abgeguckt, und nach drei verbeutelten Ernten mit entsprechenden Hungersnöten war man über den Berg. Heute werden Walisisch-Lehrer von der Insel hierhergeschickt, um die Kinder die Sprache zu lehren. Es gibt einen jährlichen Bardenwettbewerb. Und auf ihrer letzten großen Auslandsreise hat sogar Lady Diana, die Prinzessin von Wales, eines der Tee-Häuser besucht. Dummerweise ausgerechnet jenes, das nicht Walisischstämmigen, sondern argentinischen Nachahmern gehört. Hier geht es zu den Photos.